DL0MHR
Mülheimer Amateur-Radio-Club e.V.
ILLW-2012
Funkbetrieb . , Funkbetrieb
ILLW 2012 Funkbetrieb im „Otto-turm“ Nach unserer letztjährigen Aktivierung eines Leuchtturms auf den Azoren suchten wir in diesem Jahr nach einem Leuchtturm, der fahrtschneller und kostengünstiger erreichbar ist.So entdeckten wir der kleinen Pilsumer Leuchtturm, der auf dem Deich bei Greetsielsteht und nur 15 m Höhe aufweist. Aktiv war er als Sektorenfeuer lediglich von 1891 bis zum ersten Weltkrieg. Da sich die Küstenlinie während der vier Kriegsjahre deutlich veränderte, wurde er danach nicht mehr zur Schiffsweisung benutzt. Er drohte zu verfallen, sollte sogar abgerissen werden, konnte aber durch Spenden gerettet werden. Heute wird er als Trauzimmer genutzt und es finden Führungen statt, die von ehrenamtlich tätigen Personen unentgeltlich gemacht werden. Eine Spende dafür kann in eine Sparbox eingeworfen werden.Bereits am Jahresanfang nahmen wir Kontakt zur Deichacht Krummhörn,  die den Turm verwaltet und betreut auf und erhielten die Zusage, gegen eine Mietgebühr für zwei Tage Funkbetrieb aus diesem Türmchen zu machen.Wie schon vor zwei Jahren beim Leuchtturm Poel, wollten wir gerne wieder mit dem Rufzeichen DLøMHR  des MARC funken und erhielten von Heinrich DH5EAI das „ok“ dazu.  Zu den weiteren Vorbereitungen gehörte dann der Eintrag in die Entrance-List des ILLW und die Aktualisierung der QRZ- Seite : Dank an Herbert DL9HX  und an Ulrich DL3ED, der uns ein selbstgemachtes Luftbild des Leuchtturms gab.Bereits am Donnerstag reisten wir an und konnten uns nachmittags bei der Deichacht einen Schlüsselbund abholen, mit dem wir nicht nur  den Turm, sondern auch das Deichtor schließen konnten. So war es möglich bis zum Turm zu fahren und dort auch zu parken, was sehr praktisch war, da wir so nicht alle Sachen die letzten 400 Meter schleppen mussten und auch noch um die vor dem Tor zu zahlenden hohen Parkgebühren herumkamen.Beim ersten sofortigen Erkunden fanden wir das gewählte QTH als optimal vor und brachten am Freitagabend, nach der letzten Trauung, bereits die Ausrüstung bis auf den Transceiver in den Turm.Die ersten Fotos dieses so hübsch rot-gelb-gestreiften Turms wurden gemacht. Leider ist er sehr mit Graffitis beschmiert, was wir aber für die QSL-Karten entfernen werden – hi !Am Samstagvormittag bauten wir dann unseren Dipol auf. Unsere Angelrute wurde an dem ca 8 m entfernten Zaun festgebunden und zu drei Seiten abgespannt. So stand die Antenne auch bei Wind ganz ausgezeichnet auf dem Deich. Viele Turmbesucher fragten, was wir da machen und schauten uns interessiert zu. Jetzt wurde uns auch klar, warum uns die Dame der Deichacht eindringlich bat immer hinter uns den Turm zu verschließen: dieser kleine Leuchtturm ist, besonders seit er im Otto-Film zu sehen war, eine wahrer Touristenmagnet und jeder möchte gerne hinein.Gegen Mittag konnten wir dann mit dem Funken beginnen, und unser IC-7000 tat brav seinen Dienst. Hans DK6EA begann auf 40 m und hatte schnell das erste Pile-up aus der „Ringelsocke“ abzuarbeiten. Im bewährten Team: einer funkt, der andere loggt. Nach zwei Stunden wechselten wir auf 20 m und abends arbeiteten wir vor allem deutsche Stationen auf 80 m.Der Bandwechsel ging sehr schnell: Angelrute einholen, Dipoldrähte auswechseln, Angelrute hochschieben. Das ging ohne die Abspannungen zu lösen reibungslos.  Als die Dämmerung einsetzte mussten wir aufhören, da wir die Antenne vor der Dunkelheit abbauen und im Turm lagern wollten. Nach über 200 QSOs und heftigem Schwitzen ging´s zum Abendessen.Der Sonntag war der heißeste Tag des Jahres. Da der Turm ganz aus Eisen ist, heizt er sich in der Sonne enorm auf und wir maßen 37°C auf unserem Shacktisch.Zunächst wollten wir noch den DO-lern ermöglichen mit DE-0066 eine Verbindung zu machen und begannen deshalb auf 80 m. Gegen halb zwei bauten wir auf den 20 m- Dipol um und räumten gleichzeitig alle Gerätschaften im Turm weg, da für zwei Uhr eine Führung angesagt war. Die Gelegenheit viel über den Turm zu erfahren, ließen wir uns natürlich nicht entgehen, und hörten gerne zu. Es waren sicherlich an die 50 Personen, die nach den Erklärungen das Türmchen besichtigten, das wir dann gegen halb vier wieder für uns alleine hatten,so dass wir sofort auf 20m weiterfunken konnten.Nach 310 netten QSOs machten wir schweißgebadet aber total zufrieden QRT und nahmen Abschied von „unserem“ Leuchtturm.