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Mülheimer Amateur-Radio-Club e.V.
 ILLW-2011
Funkbetrieb Bild 1- Leuchtturm Ponta das Contendas
Bild 2-
Ein Dipol für 500 QSOs
Bild 3-
Bild 4-
Bild 5- Pedro, Mike, Heike und Hans
Bild 6- OMs von der Insel zu Besuch
Funkbetrieb
ILLW von CT8 – Azoren Die Azoren sind immer gefragt; um so mehr wenn noch ein Leuchtturm zum QTH wird. Angeregt durch unsere schönen Erfahrungen bei der Aktivierung des Leuchtturms Ponta da Piedade in der Algarve und in Timmendorf auf der Insel Poel zum ILLW 2010 war der Entschluss schnell gefasst: beim ILLW 2011 wollten wir wieder dabei sein. Nach einigen Überlegungen haben wir uns für die Azoren entschieden: Die Inseln sind für die FunkerInnengemeinde immer interessant, und für das Leuchtturm- und Feuerschiffwochenende sollte das besonders gelten. Die Wahl fiel dann auf Terceira, eine Insel aus der Mittelgruppe. Im Südosten der Insel steht der Leuchtturm Ponta das Contendas, den wir für unsere Aktivierung auswählten. Planung und VorbereitungEin wichtiger Faktor für unser Vorhaben war die Frage, ob wir die Erlaubnis bekommen würden, aus dem Leuchtturm selbst funken zu dürfen. Einerseits ist dies eine Bedingung für die Anerkennung der Verbindungen für das portugiesische Leuchtturmdiplom, und außerdem würde es den Betrieb in Bezug auf Stromversorgung und Antennenaufbau erleichtern.Also musste ein entsprechender Antrag an die portugiesische Leuchtturmbehörde gestellt werden. Heike, DC2CT verfügt über gute portugiesische Sprachkenntnisse, was die Sache natürlich erheblich erleichterte. Außerdem half noch Tozé, CT1GFK, vom Algarve S.T.A.R.-DX- Team, den wir bei der Aktivierung der Ponta da Piedade kennen gelernt hatten. Schließlich erhielten wir die ersehnte Erlaubnis rechtzeitig vor der Abreise, hochoffiziell mit bestimmten Verhaltensregeln und Auflagen. Tozé stellte dann auch für uns die Verbindung zu Mike, CU3HY her, der auf Terceira lebt und uns bei unserer Aktivität tatkräftig unterstützte. Flüge buchen, Hotelzimmer und Mietwagen reservieren waren dann Sachen, die man heutzutage in einiger Tüftelarbeit im Internet erledigen kann. Unterwegs Am Mittwoch, dem 17. August ging es dann schließlich los: Die Funksachen und sonstige Reiseutensilien in zwei Koffern verpackt, nur die Angelrute passte nicht hinein. Problem: Für ein zweites Gepäckstück muss man neuerdings extra zahlen, mindestens 35 Euro, evtl. auch für den Rückflug. Allerdings hatten wir die Flüge gebucht, bevor diese Bestimmung herauskam, deshalb machte die Fluggesellschaft noch eine Ausnahme. Also: U-Bahn zum Bahnhof (nur die hatte Verspätung!), mit dem Regio zum Flughafen, dann mit dem Flieger nach Lissabon, anschließend von Lissabon nach Terceira. Mietwagen abgeholt, ins Hotel gefahren, Mike und den Leuchtturmwärter angerufen und einen Termin für den nächsten Tag gemacht. Das war genug Pensum für einen Tag. Donnerstag: Leuchtturmbesichtigung mit Mike. Der Leuchtturmwärter, Herr Machado, stellt sich als ein sehr netter, ruhiger Mensch dar. Wir können einen Raum im Leuchtturmgebäude mit Blick auf den Atlantik und immer einer frischen Brise vom Wasser her als Shack benutzen. Vor dem Fenster steht eine Reihe Wäschepfähle: da können wir gut die Angelrute befestigen und den Dipol zu zwei Seiten abspannen. Freitag: Shack einrichten und Antennenaufbau: Mike hat noch Pedro, CU3DI als Verstärkung mitgebracht. „Wenn Ihr den Dipol so aufbaut, geht er von Ost nach West und strahlt nach Nord und Süd, das ist nicht so gut!“ - „Wo und wie denn sonst?“ - „Na klar, auf dem Dach, da geht das!“ - Und schon stehen wir zu fünft, Herr Machado ist auch dabei, auf dem Dach und bauen unseren Dipol für 20 m auf. Das 20 m – Band erschien uns optimal, bei 80 m und bei 40 m landen wir nur im Wasser, da Terceira 1500 km westlich von Europa liegt, Amerika ist noch weiter weg. Ob 15 m und 10 m öffnen würden, war nicht vorhersehbar. Leider waren wir damit für OMs und YLs mit einer E-Lizenz in Deutschland nicht erreichbar. In der Luft Am Samstag Mittag geht es dann los: „CQ, CQ, CQ lighthouse, this is CT8/DC2CT calling and listening!“ Aber schon bei den ersten QSOs, oh Schreck, die Rückmeldung: „Ihr habt eine ganz schlechte Modulation, da stimmt was nicht!“ Was nun? Bei einigen Probe – QSOs am Tag zuvor waren keine Beanstandungen gekommen. Also alles kontrolliert, nichts gefunden und weitergemacht. Aber dann wieder die Rückmeldung, dass die Modulation schlecht und es schwer zu verstehen sei. Was nun? Eventuell HF – Einstrahlung? Eher unwahrscheinlich bei einem Dipol mit Balun und bestens abgeschirmtem Koaxkabel. Mikrofon kaputt? Heike ruft Mike an und bittet ihn, uns eine anderes zu bringen. Kurz darauf ist er da, bringt Pedro mit und dessen komplette Mobilanlage mit IC-7000, Tuner und Netzteil. Das funktioniert! Ein Fehler am DC – Kabel ist gefunden: ein Kabelschuh hatte eine schlechte Lötstelle, und schon ist der Lötkolben heiß... Jetzt geht das Pile-Up richtig los, schon nach kurzer Zeit müssen wir nach Nummern arbeiten, sonst ist kaum noch ein Rufzeichen zu verstehen. Eine(r) am Funkgerät, der/die andere am Notebook mit dem Log. Jede Stunde wird gewechselt, als Operator am Funkgerät ist eine hohe Konzentration erforderlich. Die Arbeit am Computer ist etwas erholsamer, oft werden aber vier Ohren gebraucht, um in dem Gebrodel von Anrufen ein richtiges Rufzeichen zu lesen. Verbindungen in alle möglichen Länder werden gemacht, wir erhalten viele positive Kommentare, viele bedanken sich für das QSO und für unsere Aktivität. Das freut uns und macht großen Spaß. Es ist sehr schön, dass zu unserer Überraschung QMs von der Insel vorbeikommen, um ihre QSL – Karte zu bringen und uns für unsere Aktivität zu danken. Abends gegen 20.30 Ortszeit (gleichzeitig UTC) legen wir etwas matt und auf Grund der Luftfeuchtigkeit von 80% etwas verschwitzt das Mikrofon hin, nachdem wir auf die Fortsetzung am nächsten Mittag hingewiesen haben. Genau so geht es dann am Sonntagmittag weiter: Kaum sind wir wieder in der Luft, geht das Pile-Up wieder los. Einmal lässt es nach und wir nutzen die Pause, um schnell einen galão, den portugiesischen Milchkaffee, trinken zu gehen. Dann geht es weiter bis wir abends insgesamt an die 500 QSOs gefahren haben. Pünktlich zum Abbau sind Mike und Pedro wieder zur Stelle und helfen uns wieder, auch Herr Machado ist wieder tatkräftig dabei.Der Abschied Nach diesen vier Tagen voller Aktivitäten nehmen wir von unseren Helfern Mike und Pedro in gemütlicher Runde Abschied und haben noch einen Tag auf der Insel, um uns etwas umzuschauen.Wir haben eine große Hilfsbereitschaft erfahren für die wir den beiden nicht genug danken können.Unser Dank geht auch an den Mülheimer Amateur Radioclub MARC e.V., der unsere QSL-Karten sponsert. Ohne Heikes Portugiesisch wäre diese so erfreuliche Leuchtturmaktivierung schwer möglich gewesen, da der Leuchtturmwärter und die OMs kaum eine andere Sprache sprechen. Wir schließen uns den beiden einzigen deutschen Worten von Mike gerne an: „Alles gut ! “ Hans Münzenhofer DK6EA Heike Beiderwieden DC2CT Bilder 5,6,8,9,10 und 11 sind Fotos von CU3HY gemacht worden!
Bild 7- Fliegender Stationswechsel mit Reparatur bei laufendem betrieb von Hans
Bild 8- …hab ich nicht “nummer 3”  gesagt?
Bild 9- Spaß am Ende des Pile-up
Bild 10- ..jetzt aber funken!
Bild 11- … mal loggen..
Bild 12- Die Ersatzstation arbeitet super!
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