DL0MHR
Mülheimer Amateur-Radio-Club e.V.
ILLW-2010
Funkbetrieb
DO3MU Hans Münzenhofer DC2CT Heike Beiderwieden Funkbetrieb am ILLW – International Lighthouse and Lightship Weekend 2010. An jedem zweiten Wochenende im August werden weltweit Leuchttürme und Feuerschiffe von Funkamateuren aktiviert. Hier ein Bericht von  unseren Erlebnissen, Highlights aber auch Hindernissen. Im vergangenen Jahr hatten wir, Hans DO3MU und Heike DC2CT  in einer netten OM- Runde die erste Gelegenheit, zum ILLW an der Aktivierung des Leuchtturms Knock bei Emden teilzunehmen. Unsere erste eigene Aktivierung des Leuchtturms Ponta da Piedadae  in Südportugal in unserem Urlaub zur Jahreswende 2009/10 machte uns sehr viel Spaß und mutig, in diesem Jahr zum ILLW selbständig einen Leuchtturm in die Luft zu bringen.Also hieß es einen Leuchtturm zu finden, der sich mit unseren Urlaubsplänen vereinbaren ließ. Wir entschieden uns für den Leuchtturm Timmendorf auf der Ostseeinsel Poel. Da für diesen Sektorenfeuerleuchtturm noch keine Meldung vorlag, konnten wir uns recht früh in die Aktivitätsliste des ILLW eintragen lassen. Unser Mülheimer Amateur Radio Club e.V. (kurz MARC) fand unsere Idee förderungsfähig, übernahm die Kosten für die QSL-Karten  und stellte uns sein Rufzeichen DL0MHR zur Verfügung. Die Ankündigung unseres Funkbetriebs erschien auch genau rechtzeitig in der Augustausgabe der CQDL  und unter www.marc-radioclub.de im Internet.               Schon von zu Hause versuchten wir eine Zusage zu bekommen, Funkbetrieb direkt vom Leuchtturm aus machen zu können. Also nahmen wir Kontakt auf mit der örtlichen Touristeninformation und erhielten die Information, dass das Lübecker Wasser- und Schifffahrtsamt der Bertreiber des Turms ist,in dem sich auch Ferienwohnungen befinden. Unsere telefonische Bitte wurde erst in die Warteschleife geschickt, da noch weiter Kollegen befragt werden müssten. Dann kam die Antwort: wir kommen nicht in den Turm. Unsere nächste Frage, ob wir wenigstens auf der Wiese vor dem Turm funken dürften, wurde nach erneuter Entscheidungszeit ebenfalls abgelehnt. So richtig verstanden haben wir die Entscheidung nicht, ein Tipp für die nächste Aktion: einfach eine der Ferienwohungen mieten!                                                      Also musste eine Alternative her. Dazu fragten wir beim unmittelbar benachbarten Campingplatz an, ob wir dort unsere  Funkstation aufbauen und betreiben könnten und erhielten sofort eine positive Antwort.                                             Beim Packen hielten wir uns an unsere ausführliche Funkportabelcheckliste, die wir inzwischen mit Hilfe unserer Erfahrungen immer weiter optimieren.  Auf Poel angekommen, nahmen wir den Turm erst mal persönlich in Augenschein und machten ein Foto, das wir per email an den MARC sandten, so dass es auch bei QRZ eingestellt werden konnte.                                                                        In den Tagen vor dem ILLW wechselten sich Sonne und Regen ab. Wir entdeckten in unmittelbarer Nähe  des Leuchtturms auf der Wiese zwischen Bootsanlegesteg und Ostsee einen überdachten Picknickplatz, den wir dann zunächst einige Tage vorher probeweise und dann auch am ILLW zu unserem outdoorshack machten. Zum Glück regnete es nicht, aber dann hätten wir das freundliche Angebot des Campingplatzes angenommen, unter einer Überdachung zu funken.                                                                Am Samstagvormittag hatten wir dann unsere Station, die aus einem IC-7000, zwei Dipolen die an einer Angelrute aufgehängt wurden  und zwei 18Ah-Bleigelakkus bestand, aufgebaut und die ersten QSOs kamen ins Log. Wenn ein Akku leer war, brachte ihn einer von uns schnell in unser Quartier und dort wurde er wieder aufgeladen. So konnten wir am ersten Tag über 9 Stunden auf 80m und 40m QRV sein, wobei wir fast ununterbrochen ein pile-up abzuarbeiten hatten.                                                                  Ein großer Dank an alle OMs, die sehr diszipliniert nicht weiter reinriefen, wenn man ein Rufzeichen wählte sondern geduldig warteten bis auch sie ihr QSO mit uns machen konnten.                                                                             Sehr gefreut haben wir uns auch über die Reaktionen der Menschen, die um uns herum ihren Spaziergang machten oder neben uns auf der Bank ausruhten.                    Viele Passanten ließen sich interessiert unsere Aktivität erklären, wünschten uns viel Erfolg und haben wohl die erste Berührung mit dem Amateurfunk erlebt. Unter ihnen waren aber auch einige OMs, die uns freudig begrüßten und uns gute Verbindungen wünschten und ein unmittelbar neben unserem Funkplatz wohnender Kapitän des Seenotrettungsbootes war so nett und bot uns einen Kaffee an Kurz vor Sonnenuntergang bauten wir alles ab, und am nächsten Morgen wieder auf, so dass wir mit frisch aufgeladenen Akkus auf 40m, 80m und auch auf 20m „unseren“ Leuchtturm in die Luft bringen konnten.                    Am frühen Sonntagnachmittag schlossen wir unsere Funkstation nach rund 350 QSOs, quer durch Europa, sogar in Mülheimer Partnerstädte, aber auch in die USA und nach Japan,  in denen uns auch viele gute Wünsche übermittelt wurden und wir so manches Dankeschön für unsere Aktivierung entgegennehmen durften. Für uns, Hans DO3MU und Heike DC2CT ist klar: Beim nächsten ILLW sind wir wieder mit einem Leuchtturm dabei!
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