Funkbetrieb
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Funkbetrieb  2015
Mülheimer Amateur-Radio-Club e.V.
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ILLW 2015
ILLW  –  Montedor, der nördlichste Leuchtturm Portugals   Nachdem wir zum ILLW 2014 den Leuchtturm Cabo Silleiro in der Nähe von Vigo in Galizien/Nord-West-Spanien aktiviert hatten, sollte es diesmal einer in Portugal sein. Im Süden des Landes kann es im Sommer sehr heiß sein: 40° C und mehr, und das kann hart werden. So fiel unsere Wahl auf den Leuchtturm Montedor, den nördlichsten Portugals unweit der Stadt Viana do Castelo. Heike, DC2CT, formulierte ein Schreiben an die portugiesische Leuchtturmbehörde und ließ  ihn von einem Funkamateur in Porto durchlesen, bevor sie ihn absandte. Nach dieser Anfrage erhielten wir dann im April die ersehnte Genehmigung, innerhalb des Leuchtturmgebäudes (wichtig für das portugiesische LH – Diplom) unsere Station aufzubauen und zu betreiben. Nun konnten wir in die eigentliche Planung eintreten: Flüge buchen, Wohnung mieten ... Der Aufenthalt sollte 10 Tage betragen, da wir uns auch die Umgebung, die wir noch nicht kannten, ansehen wollten. Am Mittwoch, dem 12. August, ging es dann los: Flug von Düsseldorf über Madrid nach Porto. Da wir unseren Transceiver im Handgepäck mitnehmen wollten, deklarieren wir ihn als „Radio“ statt als "Funkgerät" . Dieses Wort lässt sonst sehr schnell Panik in den Augen des Sicherheitspersonals aufflammen, da es wohl  sofort Assoziationen mit Militär, Attentätern usw. auslöst. So gab es nur den üblichen "Wischtest" ohne Probleme.  Im Mietwagen ging es dann weiter nach Viana do Castelo, wo uns Paula, die Wohnungsvermieterin, schon erwartete. Sie war sehr geduldig, denn trotz Stadtplan kamen wir mit Verspätung an, da es in Viana so gut wie keine Straßenschilder gibt. Für Donnerstagnachmittag hatte Heike schon von Mülheim aus telefonisch ein Treffen mit dem Leuchtturmwärter, Senhor Silva, vor Ort verabredet. Er stellte sich als sehr freundlich und hilfsbereit heraus und zeigte uns die Örtlichkeit sowie einen kleinen Raum mit Fenster, Tisch, Stühlen und Stromanschluss, der für zwei Tage unser Shack sein würde. Draußen war reichlich Platz für den Antennenaufbau. Am Freitag bauten wir die Antennen auf: an einer abgespannten 10 m langen Angelrute ein Balun und je einen Dipol für 15 m und 40 m, einfach parallel geschaltet. Die weitere Ausrüstung: ICOM IC-7000 mit SM-20, Tuner LDG AT-100 PRO und ein kleines Schaltnetzteil, zum Loggen ein Notebook mit WinLog32. Am Samstagmittag ging es dann los: “cq lighthouse, this is CT7/DC2CT, lighthouse Montedor in Northern Portugal, calling and standing by...” Am Mikrofon und am Computer wechselten wir uns ab, damit es nicht in Stress ausartete, und natürlich wollten wir beide beim Funken auf unsere Kosten kommen. Bis zum frühen Abend hatten wir dann an die 100 QSOs im Log und machten QRT, schließlich mussten wir auch noch zurückfahren und etwas essen. Am Sonntagmittag ging es dann weiter, teilweise kam es zu heftigen pile-ups, was ja auch Adrenalintreibend und spannend ist. Besuch    kam    auch    vorbei:    Emmanuel,    CT7AFR    und    Raul,    CT1FXE    vom    Präsidium    der    ARAM        (Associaçao    de    Radioamadores    do    Alto    Minho, vergleichbar mit einem Distrikt in DL), dazu Antonio, CT4SU und Eduardo, CT2IAE aus Viana do Castelo. Sonntagabend, nach mehr als 220 QSOs, u.a. mit EA, CT, G, I, DL, SM, 9K, UA, OH, HB9, PT, ... machten wir QRT. An beiden Tagen war übrigens miserables Wetter: kühl, wolkigneblig und immer wieder Regen. Aber wir waren ja „indoor“ beschäftigt. Das änderte sich am Montag, als wir die Antennen abbauten: blauer Himmel, Sonne, warm. Herr Silva erfreute uns anschließend mit einer Sonderführung durch seinen Leuchtturm, der sehr gepflegt und zum Teil ein interessantes Museum ist. Im Hafen von Viana liegt das ehemalige Hospitalschiff „Gil Eannes“, welches durch eine Initiative restauriert und zu einem Museum umgebaut wird. In ihm befindet sich auch die Clubstation des „OV“ der Region Alto Minho, CQ7GIL. Emmanuel hatte uns eingeladen, sie zu besuchen. Das war sehr interessant, und wir konnten viel über die Aktivitäten der Funkamateure in Viana erfahren. Anschließend konnten wir auch noch das schon größtenteils restaurierte Schiff inspizieren,  ebenfalls sehr eindrucksvoll. Nachdem   wir   in   den   nächsten   Tagen   auf   Touren   den   Fluss   „Rio   Lima“   hinauf   noch   die   Landschaft   erkunden   konnten,   ging   es   am   Samstag   an   die   Rückreise. Die fiel allerdings etwas ungewöhnlich aus: Planmäßig hätten wir in Madrid ca. 5 Stunden Aufenthalt gehabt. Die Gelegenheit, mit der Metro in die Stadt zu fahren und dort Tapaszu essen, hätte die Zeit wie im Fluge vergehen lassen. Statt dessen hatte der Flieger ab Porto 5 Stunden Verspätung, und wir konnten den Flieger von Madrid nach Düsseldorf nur im Laufschritt erreichen. Die Koffer kamen dann erst am Montag per Zustelldienst zu uns nach Hause. „Aktivierung des Leuchtturms Montedor“ – Wieder einmal ein spannendes Projekt: Viele nette Funkkontakte gemacht, Funkamateure kennen gelernt, neue Landschaften erkundet, ... was will man mehr?   Aonde vamos na próxima vez?       Heike und Hans